Ziviles Baurecht

Aus aktuellem Anlass eine dringende Mahnung an junge Paare, die vom eigenen Haus träumen

 

Junge Paare dürfen bei Ihrem Traum vom eigenen Heim nicht an der falschen Stelle sparen. Für viele Menschen ist der Bau eines Eigenheims die größte Investition des Lebens überhaupt. Da lohnt es sich, vor dem Abschluss von Verträgen ganz besondere Sorgfalt walten zu lassen.

 

Bei dem Abschluss von Verträgen mit Bauunternehmen, Architekten und insbesondere bei der Zusammenarbeit mit sog. Bauträgern, die „schlüsselfertige“ Häuser herstellen, sollte unbedingt zumindest geprüft werden, ob die Verträge wirklich interessengerecht sind, eine faire Risikoverteilung vorsehen und im Einklang mit zwingenden gesetzlichen Vorgaben stehen.

 

Gerade ausländische Bauherren, insbesondere aus den benachbarten Niederlanden, die hier in Deutschland bauen möchten und das deutsche (zivile) Baurecht nicht (gut genug) kennen (können), sollten keinesfalls ohne vorherige juristische Beratung einen Bauträgervertrag unterschreiben.

 

Es gibt zahlreiche gesetzliche Vorgaben, die zum Schutze von privaten Bauherren vor erheblichen Vermögensschäden durch unseriöse Bauträger, auch zur Vermeidung von Betrug und Untreue bekannt sein sollten und in solchen Bauträgerverträgen umgesetzt werden müssen / sollten.

 

Aus gegebenem Anlass wird auch dringend dazu geraten, sich vorsorglich nur auf solche Bauträger, Architekten, Ingenieure, Handwerker etc. einzulassen, die in der Region, in der das Haus gebaut werden soll, auch als kompetente und seriöse

Vertragspartner bekannt sind. Erkundigen Sie sich vor Ort nach dem „guten Ruf“ einer bestimmten Firma, mit der Sie kooperieren möchten.

 

Auch sollte sich jeder Bauherr gründlich überlegen, ob er sein „Traumhaus“ wirklich durch eine Bauträgerfirma herstellen lassen möchte, dessen Rechtsträger eine haftungsbeschränkte „UG“ (= Unternehmergesellschaft) oder auch eine sog. „Ltd.“ (Limited) ist, deren tatsächliche Haftungsmasse scharf gegen Null tendieren kann. Im schlimmsten Falle wird der Bau nicht (mehr) vollendet, obschon bereits alle Gelder an den Bauträger ausgezahlt worden sind. Nicht selten geht die Nichtvollendung eines Bauwerks dann auch noch mit zahlreichen mangelhaften Werkleistungen einher.

 

Wenn dann auch noch keine (gesetzlich vorgeschriebenen) Bürgschaften wegen möglicher Gewährleistungs- oder Vollendungsansprüche bereitgestellt worden sind, dann sind erhebliche Vermögensschäden vorprogrammiert, insbesondere wenn der Bauträger „plötzlich und unerwartet“ seine Zahlungsunfähigkeit bekannt gibt und seinen Insolvenzantrag ankündigt.

 

Spätestens dann, wenn wegen Sachmängeln oder erheblicher Bauverzögerungen berechtigte Zweifel an der Zuverlässigkeit und Redlichkeit von Bauträgern und Handwerkern etc. aufkommen, sollte sich der private Bauherr anwaltlichen Rat einholen, ggf. auch die Einbeziehung eines „baubegleitenden“ Sachverständigen ( eines Bauingenieurs / Architekten ) erwägen.

 

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