Familienrecht


Scheidungsverfahren und Mediation

 

Vorab, weil es fast immer zuerst gefragt wird: Eine Scheidung kann auch mit nur 1 Rechtsanwalt realisiert werden.

 

Und es sei zudem vorab anwaltlich versichert: Wenn alle „Folgesachen“ bzw. Streitfragen einer Scheidung schon vor dem Scheidungsantrag, jedenfalls vor dem Scheidungstermin geklärt werden können, dann ist eine Scheidung letztlich nicht nur wesentlich kostengünstiger, sondern gerade auch weitaus weniger (psychisch) belastend als ein höchst streitiges Scheidungsverfahren (mit Strategien wie „ Dem Anderen nur noch verbrannte Erde“ … ).

Damit ein solches Vorhaben gelingen kann, ist es unbedingt sinnvoll, alle tatsächlichen und rechtlichen Fragen, die sich auf Grund einer Trennungssituation und einer anstehenden Scheidung ergeben, noch vor dem Scheidungsantrag und – wenn möglich – sogar noch vor dem 1. anwaltlichen Schriftsatz an den Lebensgefährten / die Lebensgefährtin umfassend und abschließend zu klären.

Das Zauberinstrument anwaltlicher Streitschlichtungskunst lautet „Mediation“. Weniger beeindruckend, aber genau so aussagekräftig wäre eine deutsche Umschreibung wie „außergerichtliches Schlichtungsverfahren“ oder „ Gespräch zur Beilegung von Konflikten“, aber „Mediation“ ist in der Tat ein kürzerer Begriff und als solcher längst im öffentlichen Bewusstsein der Menschen angekommen.

In der Mediation geht es schlicht darum, dass die Beteiligten eines Scheidungsverfahrens ( unter der Leitung eines neutralen Dritten als Verhandlungsführer) miteinander ins Gespräch kommen und dabei offen, fair und sachlich miteinander umgehen, so dass alle Streitfragen sobald wie möglich geklärt, möglicherweise aber auch rein persönliche Konflikte beigelegt werden können.

Es geht hierbei also gerade nicht um §§ und rechtlichen Schlagabtausch, sondern um gegenseitige Rücksichtnahme und fairen Interessenausgleich.

Mittlerweile ist es sogar so, dass ich nur noch dann als Scheidungsanwalt auftreten möchte, wenn sich die Beteiligten in allen Streitfragen geeinigt haben, da ich mich auch als Anwalt durch meinen Parteivortrag nicht zum „Richter“ über Verantwortlichkeiten in einer letztlich gescheiterten Beziehung machen möchte. Ich halte es nicht für sinnstiftend bzw. vertretbar, einem Ehepartner dabei zu helfen, zum Nachteil des anderen Ehepartners möglichst viele Vorteile zu verschaffen. In einer Scheidung kann das Recht, auf die Spitze getrieben, stets nur Unrecht schaffen und dadurch gerade verhindern, dass beide Eheleute ihren Beziehungskonflikt auf einer sachlichen Basis auflösen und unbelastet von der Vergangenheit ein neues Leben aufbauen können.

Eine ausführliche Erläuterung des Begriffs Mediation findet sich (z.B.) in dem kostenlosen Internet-Lexikon „Wikipedia“ unter http://de.wikipedia.org/wiki/Mediation.

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